Nachfolge-Optionen

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Wer den Chefsessel anstrebt oder selbständig sein möchte, kann verschiedene Wege dafür nutzen. Als Alternative zur Gründung einer neuen Firma kann man die Übernahme eines bereits bestehenden Unternehmens sehen. Hier gibt es drei grundsätzliche Nachfolge-Optionen:
Häufigste und beliebteste Nachfolgeregelung ist die familieninterne Übernahme. In diesem Fall übernimmt der Sohn oder die Tochter, teilweise sogar ein anderes Familienmitglied das Unternehmen. Entweder geschieht das durch Kauf oder als vorweggenommenes Erbe. Manchmal werden auch die Zahlung von Renten, Raten oder anderen wiederkehrende Abfindungen nach der Übergabe an das Elternteil/Familienmitglied vereinbart.
Steht für eine Übergabe kein Familienmitglied zur Verfügung, so ist auch eine firmeninterne Übergaberegelung möglich. Die Übernahme erfolgt in diesem Fall durch Verkauf der Firma an einen oder mehrere leitende Mitarbeiter, die oftmals aus Eigenmitteln den Kauf stemmen. Im Fachjargon spricht man von einem Management-Buy-Out (MBO).
Bei familien- und firmeninternen Nachfolgen ist der Übergeber in einer gewissen „Wohlfühlsituation“. In beiden Fällen ist der Nachfolger sowohl dem Chef als auch den Mitarbeitern ein bekanntes Gesicht. Auch dem Nachfolger ist die Firma vertraut, er oder sie kennt ihre Struktur und die Kollegen sehr gut. Aus diesem Wissen heraus erscheint die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Unternehmen erfolgreich fortgeführt wird und neue Ideen für Wachstumspotenziale entwickelt und umgesetzt werden können. Häufig kann der Altinhaber die Firma noch ein Stück beratend begleiten. Ist natürlich der Idealfall. Es kann auch schiefgehen, wenn es der oder die Neue nicht schafft gegen die (allgegenwärtige) Aura des Ex-Chefs anzukommen. Dann ist eine klare Trennung besser oder man definiert ganz konsequent Aufgabenbereiche. Auch muss der bekannte Nachfolger seine neue Rolle finden – raus aus der „Sohn-„ oder „Tochterstellung“ in den Chefanzug. Als ehemaliger Mitarbeiter muss man sich als Chef natürlich ganz anders positionieren. Themen für weitere BLOGbeiträge …

Komplex verhält es sich auch bei der dritten Form, der firmenexternen Unternehmensübergabe. Wenn weder ein Familienmitglied noch ein Mitarbeiter für die Übernahme zur Verfügung steht oder geeignet ist, muss der bisherige Inhaber nach einer externen Lösung für die Fortführung suchen. Die Firma wird als Ganzes oder in Teilen verkauft. Dieses „Einkaufen“ in eine Firma durch externe Kandidaten oder durch eine Holding bzw. Investorengruppe wird als Management-Buy-In (MBI) bezeichnet.
dreamstime_xxl_38925112Viele Unternehmer streben eine Lösung durch Übergabe an eine „echte“ Person an. In der Hoffnung, dass die von ihnen aufgebaute Firma verlässlich weitergeführt wird. Der Einstieg eines Firmenfremden kann für das Unternehmen eine große Bereicherung darstellen. Frisches Denken, neue Wege und Lösungsansätze. Ein externer Unternehmer sieht auch Dinge, die man als Mitarbeiter gar nicht (mehr) wahrnimmt.
Durchaus vorkommende Fallstricke einer firmenexternen Nachfolge behandeln wir in einem gesonderten BLOGbeitrag. Zu Finanzierungsfragen beginnen wir die Auseinandersetzung nächste Woche.

Eine gute Bündelung bundesweiter und regionaler Ansprechpartner für Unternehmensnachfolge findet man auf der Internetplattform des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nexxt-change. Hier können Nachfolgeinteressierte und übergabewillige Unternehmer Ihre Angebote inserieren. Die Plattform wird unterstützt durch die KFW Bankengruppe, den Deutschen Industrie- und Handelskammertag, den Zentralverband des Deutschen Handwerks, den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und den Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Also alles Verbünde, die wissen könnten, welche Firmen zur Übergabe anstehen.

dreamstime_xxl_32287175Um noch ein bisschen mehr Licht ins Dunkel zu bringen, haben wir diese Kontaktstelle hier an der TUCed für den Großraum Chemnitz geschaffen. Wer übergibt? Und für wen könnte das passen? Verstärkt Matchingprozesse zwischen potenziellen Nachfolgern und übergabewilligen Inhabern zu initiieren, ist unser Ziel des Schwerpunkts „Fachkräftesicherung durch Unternehmensnachfolge“.

Nachfolgeinteressenten aus und für Chemnitz und Umgebung sind also herzlich willkommen! Wir erstellen gemeinsam Ihr individuelles Nachfolgerprofil und gleichen es mit Angeboten ab. Wäre doch schade, wenn Sie nichts finden.

Netzwerkaufbau geht noch eher: Interessiert man sich bereits zu Studienzeiten mit dem Thema Entrepreneurship oder liebäugelt damit, in den Familienbetrieb einzusteigen, kann z.B. an der TU Chemnitz bereits der erste Grundstein gelegt werden. Die Juniorprofessur Entrepreneurship in Gründung und Nachfolge untersucht nicht nur die frühen Phasen des Nachfolgeprozesses, sondern bietet Studierenden Vorlesungen und interessante Impulse zum Thema Unternehmensnachfolge an. Auch mit dem hiesigen Gründernetzwerk arbeiten wir eng zusammen. Jeweils im März wird eine ganz praktische SAXEED-Winter School mit kompakten Informationen zu Unternehmensnachfolge und Exkursionen zu spannenden Unternehmen angeboten.

Auf Ihre Kontaktaufnahme freut sich das „Projekt:Nachfolge:Team“ der TUCed und grüßt herzlich.

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