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finanzierung

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Wer den Schritt in die Selbstständigkeit wagt, ob Neugründung oder Unternehmensnachfolge, sieht sich schnell vor der Frage der Finanzierung. Besonders in der Nachfolge gehört dies zu den komplexesten Themen – kein Übergeber gibt sein Unternehmen gern ab und wenn doch, so möchte er das bestmögliche für sich herausholen.

Im Report zur Unternehmensnachfolge im November 2015 stellt DIHK-Präsident Eric Schweitzer fest:

„Größtes Hemmnis bei der Unternehmensnachfolge bleibt die Finanzierung“ […] „– und das, obwohl das Finanzierungsumfeld generell mit historisch niedrigen Zinsen derzeit äußerst günstig ist.“ (Quelle)

Beim Erwerb von Unternehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine einmalige Zahlung des Kaufpreises ist ebenso möglich, wie eine Ratenzahlung oder eine Rente an den Altunternehmer. Doch nicht nur der Kaufpreis kommt finanziell auf den Nachfolger zu, sondern auch steuerliche Belastungen, Aufwendungen für die Weiterführung des Unternehmens (Betriebsmittel) und die Gewährleistung eines langfristigen Fortbestands müssen bedacht werden.

In die Frage der Finanzierung tritt auch die Frage nach dem Wert des Unternehmens. Denn nur über den Wert des Unternehmens lässt sich ein Kaufpreis definieren. Die Vorstellungen darüber liegen zwischen Übergeber und Nachfolger meist weit auseinander. Ist das Unternehmen sein Geld wert? Ist der Unternehmenswert der richtige Preis? Um eine Einigung beim Kaufpreis zu erzielen ist es ratsam bereits im Vorfeld den Rat fachkundiger Dritte einzuholen. Diese ermitteln dann den Kaufpreis des Unternehmens nach folgenden Kriterien:

  • Substanzwertverfahren – Ermittlung der Kosten, wenn das Unternehmen im gegenwärtigen Zustand neu errichtet werden würde / Summe der vorhandenen Vermögensgegenstände, bewertet zum Marktwert abzüglich aller Schulden
  • Ertragswertverfahren – ein kompliziertes Verfahren, in dem zunächst die zukünftigen Einnahmeüberschüsse als Differenz zwischen Umsatzerlösen und Kosten ermittelt werden
  • Vergleichswertverfahren – Kaufpreise anderer Unternehmensübergaben werden herangezogen, müssen jedoch bei beeinflussenden Werten hinreichend übereinstimmen

Ist der Kaufpreis einmal aufgerufen, macht man sich Gedanken über die nächsten Schritte der Finanzierung. Wie viel Eigenkapitel bringt man ins Unternehmen mit? Ist es möglich den Kaufpreis einmalig zu zahlen oder schlägt man einen anderen Weg ein?

Die Basis der Nachfolgefinanzierung ist das Eigenkapital. Die Aufnahme von Beteiligungskapital schafft Möglichkeiten, die Eigenkapitalbasis zu erhöhen. Dabei orientiert sich die Vergütung des Kreditgebers z.B. am Gewinn des Unternehmens oder an der Wertsteigerung der Unternehmensanteile. Zur Finanzierung des Kaufpreises stellen Geldgeber Investitions- bzw. Betriebsmittelkredite zur Verfügung. Die Höhe eines Investitionskredits hängt hierbei in erster Linie von der Ertragskraft des zu finanzierenden Unternehmens ab. Zusätzlich existieren öffentliche Förderprogramme (z.B. KFW ERP-Gründerkredit usw.), die grundsätzlich über die Hausbank und vor der Unternehmensübernahme beantragt werden müssen.

DIE zentrale Rolle bei der Unternehmensnachfolge spielen Banken als Kreditgeber, Berater und Begleiter. Der Bankberater ist der erste, den ein zukünftiger Nachfolger von seiner Idee mit dem erstellten Businessplan überzeugen muss. Der Bankberater ist demnach der erste Kunde, der erste Käufer, den man überzeugen und gewinnen muss. Gewinnt man die Bank mit seinem Projekt nicht, wen soll man sonst gewinnen?

Neben den passenden Qualifikationen im Lebenslauf ist auch das richtige Auftreten von Bedeutung. Wenn man vor dem Bankberater schon eine schüchterne Person ohne Überzeugungskraft ist, wie möchte man später ein ganzes Unternehmen leiten können?

Wen wollen Sie überzeugen?

Es unterstützt Sie gern und grüßt herzlich das „Projekt:Nachfolge:Team“ der TUCed.

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