Kartenmaterial

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Mit „Auf zum Gipfel“ starteten wir unseren BLOG zur Unternehmensnachfolge im vergangenen Oktober. Auf dem Weg zur erfolgreichen Gipfelbesteigung -quasi unser „Kopfkino“ für den Weg bis zur Übernahme einer Firma- müssen viele Hürden gemeistert werden. Die einzelnen Schritte, bisher nur angerissen und kurz erklärt, sollen in den nächsten Wochen detailreicher erläutert und Lösungsideen für auftretende Fragen des Nachfolgers vorgeschlagen werden.

ausschnitt_kartenmaterialSchon im Punkt 01 „Kartenmaterial“ wird auf die akribische Vorbereitung hingewiesen, die für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge notwendig ist. In dieser Vorbereitungsphase treten nicht selten Probleme auf, die einen potenziellen Nachfolger unwetterartig treffen können. Und seine mutige Idee, Geschäftsführer werden zu wollen und dann noch durch Unternehmensnachfolge, wanken lassen. Denn: wo und wie fange ich an? Lassen wir darüber hinaus folgende Aussage wirken:

Kein passendes Unternehmen zu finden, geben 47% der befragten potenziellen Nachfolger als größtes Hindernis für eine Unternehmensnachfolge an.

(„Report zur Unternehmensnachfolge 2016“ des DIHK)

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Interessant, oder? Finanzierungsschwierigkeiten folgen als zweites Übel, aber überhaupt Unternehmen zu finden, die zur Übernahme anstehen und zu mir passen – das  scheint schwierig zu sein. Warum ist das so? Angeblich gibt es doch so viele Anlaufstellen mit Datenbanken und eine nexxt change-Börse mit inserierten Abgabewünschen?! Kann ich doch hingehen, mir eine Liste ausdrucken lassen und dann marschiere ich mal los.

Ja, können Sie machen. Aber anscheinend klappt das nicht so recht. Unternehmer um die 60+ stellen keine Inserate in eine online-Börse. Größere Unternehmer übergeben die Sache an Steuer- oder Unternehmensberater. Die stellen es meistens auch nicht in die online-Börsen, sondern versuchen über ihre Netzwerke an Nachfolgeinteressierte zu kommen. Dann folgen langwierige Kennenlern- und Matchingprozesse. Also ganz  so einfach geht es leider nicht. Die Suche nach DEM Unternehmen gestaltet sich eher wie eine Partnersuche: Augen und Ohren in alle Richtungen offen halten. Und nicht gleich aufgeben.

Es empfiehlt sich tatsächlich, seine Motive zu hinterfragen und sich so für definitiv anstehende Gespräche mit vielen verschiedenen Wegbegleitern zu wappnen.

  1. Schritt: Sich über die eigenen Stärken im Klaren sein. Stellen Sie sich die Frage, was sie bisher an beruflichen Erfahrungen gesammelt haben. Erstellen Sie dazu eine Liste – Sie werden erstaunt sein, was Sie schon alles gemacht haben. Wo haben Sie bisher gearbeitet? Hat Ihnen diese Arbeit in dieser speziellen Branche gefallen? Haben Sie die gestellten Aufgaben ausgefüllt, gefordert, motiviert? Konnten Sie Fachkenntnisse anwenden; hatten Sie Ideen für mögliche Synergien z.B. bei verschiedenen Arbeitsschritten? Wurden Sie oft um Rat gefragt? Ist die Branche, in der Sie bisher gearbeitet haben, ein Feld, in dem Sie sich wohl und sicher fühlen? Ihre ehrlichen Antworten sind wichtige Hinweise, um das Branchenfeld für Ihr gewünschtes Unternehmen einzugrenzen.
  2. Schritt: Allein oder flott zu zweit oder sogar zu dritt? Gemeinsames Wandern macht noch mehr Spaß! Gepäck kann auf mehrere Schultern verteilt werden und bei motivationalen Tiefpunkten, nehmen einen die anderen huckepack. Ist die Tekkingtruppe allerdings nicht so richtig eingespielt, kann es bereits bei der Laufgeschwindigkeit zu Problemen kommen und erst recht, wenn es um Entscheidungen zum Weg, zu finanziellen Ausgaben oder um einen Abbruch der Verhandlungen geht.
  3. Schritt: Suchgebiet abstecken. Am besten in Sachsen, und noch besser in der Region Chemnitz bleiben. Diskutieren Sie gern mit uns die Vorteile!
  4. Schritt: Was wollen Sie ausgeben und wann tut es weh? Stellen Sie sich die Frage, wie viel Eigenkapital Sie ungefähr aufbringen können. Sehen Sie die Summe als Orientierungswert für einen möglichen Kaufpreis. Erschrecken Sie nicht, wenn dann tatsächlich Zahlen vom Übergeber aufgerufen werden, die Ihre Kalkulation weit übertreffen. Bleiben Sie cool – im Teil „Verpflegung“ erklären wir Ihnen, warum (Anfang Februar). Wichtig ist, dass Sie Ihre Finanzen im Blick haben.
  5. Schritt: ganz wichtig – beziehen Sie Ihre engsten Angehörigen in Ihre Überlegungen mit ein. Sie sind es schließlich, die Ihnen den Rücken frei halten, die schlaflosen Nächte mit Ihnen teilen, wichtige Kontakte und Informationen beisteuern und auch bei finanziellen Fragen oder Problemen zu Ihnen halten sollten. Überzeugen Sie sie von Ihrer Idee, nehmen Sie deren Kritik und Hinweise ernst.
  6. Schritt: Welche Leute kenne ich? Gehe ich auf Veranstaltungen, um einen schönen Abend zu verbringen oder um Geschäftskontakte zu knüpfen (am besten beides – Anm. der Redaktion) Kenne ich die richtigen Leute? Versuchen Sie, aufzuschreiben, wer Ihre Unterstützer sein könnten und wer Ihnen fehlt.

Und so sind wir beim eigentlichen Punkt: wenn Sie wissen, wohin Sie wollen, mit wem und was es ungefähr kosten soll, kann die Suche mehrgleisig losgehen. Im Internet trotz allem in den Datenbanken recherchieren und beim genannten Ansprechpartner gezielt zum anonymisierten Unternehmen nachfragen. Über Kontakte und deren Kontakte, über Kammern, Interessensvertretungen verschiedener Branchen, durch Nachfrage bei Banken usw. bekommt man Informationen zu Nachfolgersuchenden bzw. zu involvierten Kontakten. Für die Region Chemnitz können Sie auch gern bei uns nachfragen – das Projekt „Fachkräftesicherung durch Unternehmensnachfolge“ soll gezielt Nachfolger und Übergeber zusammenbringen.

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Seien Sie sich bewusst, dass Sie mehrere Firmen anschauen und unter die Lupe nehmen werden. Es wird Zeit brauchen, bis die Prozesse in die Gänge kommen. Versuchen Sie auch, hinter die Kulissen der Übergabeangebote zu schauen. Gebäude kann man sanieren, Produktionsflächen verlegen, Maschinen neu anschaffen, Mitarbeiter schulen. Sehen Sie Potenziale für die Entwicklung neuer Produkte und die Erschließung internationaler Märkte? Vielleicht kann man mit Ihnen bekannten Firmen kooperieren? Oder eine Ihnen vorschwebende Innovationsidee genau hier umsetzen?

Vorbereitung mit Weitsicht ist alles. Fangen Sie an, die Ausrüstung zusammenzustellen.

Mit Kartenmaterial kennt sich aus das „Projekt:Nachfolge:Team“ und wünscht ein übersichtliches, gesundes und zielstrebiges Jahr 2017.

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