NachfolgeWerk in Sachsen gestartet

Pilotprojekt Nachfolgewerk an TUCed gestartet

Pilotprojekt Nachfolgewerk an TUCed gestartet

Als eines von 30 Pilotprojekten in Deutschland startete zum 01. März 2021 das NachfolgeWerk. Mit vier weiteren Partnern bringt die TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung der TU Chemnitz ihre jahrelangen Erfahrungen in diesen wichtigen wirtschaftlichen Kernbereich ein. Lesen Sie hier, warum dieses Projekt so wichtig ist und und warum Sie unbedingt mitmachen sollten!

Privatisierungen von Unternehmen und Unternehmensneugründungen hatten in den Jahren nach 1990 in Sachsen eine wichtige Bedeutung für die Entwicklung einer leistungsfähigen Mittelstandsstruktur, wie wir sie heute vorfinden. Im Vergleich zu den alten Bundesländern etablierten sich kleinteilige, privatwirtschaftliche Strukturen jedoch nur schrittweise. Die Unternehmenshistorien sind daher kürzer. Das zeigt ein vergleichsweise junges Betriebsalter (Unternehmensalter in Sachsen ca. 21 Jahre) und das im Schnitt jüngste Inhaberalter in Deutschland (durchschnittliches Inhaberalter 48 Jahre) (vgl. KfW Research, KfW-Mittelstandsatlas 2018). Es deutet sich darin aber auch eine hohe Gründungsaktivität und Gründungsneigung in Sachsen an.

GRÜNDERPIONIERE WERDEN ÄLTER

Dennoch sind viele der Gründerpioniere der Nachwendejahre heute 60 Jahre oder älter, was das Nachfolgegeschehen in Sachsen sehr relevant erscheinen lässt. Und so eint die Gründer von damals auch heute wieder ein Thema. Sie müssen wichtige strategische Entscheidungen treffen und das aufgebaute Unternehmen an eine neue Generation von verantwortungsbereiten und leidenschaftlichen Unternehmern übergeben.

Eine Studie gibt für den IHK-Direktionsbezirk Chemnitz an, dass 49,3 % der Inhaber von 10.511 untersuchten Unternehmen heute 55 Jahre oder älter sind (vgl. „Unternehmensnachfolge in Deutschland“, KERN-Studie 2020).

Für die kreisfreie Stadt Chemnitz zeigt eine Studie der TUCed GmbH ein ähnliches Bild. Von über 1000 untersuchten Unternehmen hatte beinahe jedes Fünfte keine Nachfolgeregelung getroffen, obwohl die Geschäftsführer 65 Jahre oder älter waren.

EXTERNE NACHFOLGEN IMMER BEDEUTENDER

Es zeichnet sich ab, dass Unternehmen in Sachsen – stärker als im gesamten Bundesgebiet – externe Nachfolgen außerhalb des Familienunternehmens anstreben. Bereits 2016 zeigt Prof. Alexander Lahmann (HHL Leipzig) in einer viel beachteten Studie, dass etwa 60% der ostdeutschen Unternehmer auf eine externe Nachfolge angewiesen sein werden. Wer übernimmt also die Nachfolge in den Familienunternehmen? Wem vertrauen die Unternehmer ihre aufgebaute Firma an? Wie kommen Unternehmer und externer Nachfolgeinteressent zusammen? Wie kann der (externe) Nachfolgeprozess optimal durchgeführt werden?

VIER WICHTIGE ZIELE

Wir haben uns für die nächsten drei Jahre viel vorgenommen und damit eine Jury unter Vorsitz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie überzeugt. Unser Projekt heißt NachfolgeWerk. Es verknüpft die Themen Unternehmensnachfolge und Werk im Sinne von (er-) schaffen. Eine Unternehmensnachfolge ist ein langwieriger Prozess mit mehreren Akteuren. Es bedarf handwerkliches Geschick, die Nachfolge an eine neue Generation zu meistern. Dabei brauchen wir die Unterstützung der Unternehmer*innen und auch der Nachfolgeinteressierten.

  1. Unter dem Namen NachfolgeWerk entsteht ein zentraler Kontaktpunkt für Unternehmensnachfolge.

  2. Bei Ihnen als Unternehmer und Dienstleister punkten wir mit Erfahrung, den richtigen Kontakten und Ahnung, um frühzeitig Unternehmensnachfolge als strategischen Prozess anzustoßen. Dafür entwickeln wir mit Ihnen Nachfolgeszenarien.

  3. Nachfolgegründern und Unternehmerkindern geben wir den richtigen Schub, erstellen Übernahmestrategien und bringen sie mit Übergebern zusammen.

  4. Übergabeprozesse moderieren wir sensibel und zielgerichtet zum Erfolg.

KLEINE UNTERNEHMEN IM FOKUS

Wir haben intensiv mit unseren Projektpartnern IHK Direktionsbezirk Chemnitz, Handwerkskammer Chemnitz, Wirtschaftsförderung Erzgebirge und Technologie Centrum Chemnitz diskutiert. Aber alle unsere Analysen zeigen, dass besonders kleine Unternehmen Probleme haben, den Nachfolgeprozess in Gang zu bringen. Sie tun sich besonders schwer, einen Nachfolger zu finden und den Wert ihres Unternehmens zu bestimmen. Aufgrund der unternehmerischen Strukturen im Direktionsbezirk Chemnitz – insbesondere aber im ländlichen Raum des Erzgebirges oder des Vogtlandes – nehmen kleine Unternehmen bis 20 Mitarbeiter eine beträchtliche wirtschaftliche Bedeutung ein. Deshalb hat im Projekt die  Unterstützung solcher Firmen im Nachfolgeprozess Priorität.

KONTAKT UND START!

Ansprechpartner für das Projekt sind:

Manuela Zenk (manuela.zenk@tuced.de) und Dr. Kerstin Klaus (kerstin.klaus@tuced.de)

Nehmen Sie also sehr gerne den Kontakt zu uns auf. Oder wundern Sie sich nicht, wenn wir Sie anrufen! Ein NachfolgeWerk hat immer etwas mit MACHEN, TUN und AUSPROBIEREN zu tun!

In diesem Sinne tatkräftige Grüße

Ihr NachfolgeWerkTeam der TUCed

BMWi_Fz_2017_Web_de Das Projekt „NachfolgeWerk“ der TUCed – An-Institut der TU Chemnitz für Transfer und Weiterbildung ist ein durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Projekt im Rahmen der Förderbekanntmachung „Initiative Unternehmensnachfolge – aus der Praxis für die Praxis“. Diese Maßnahme wird gefördert durch das BMWi aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.