Kalender 2023

Unser Kalender des NachfolgeWerks begleitet Sie mit unterschiedlichen Themen, Informationen und Beispielen zur Nachfolge durch das Jahr 2023. Zum 1. jeden Monats ist ein neues Kalenderblatt verfügbar. Sie können unseren Kalender in gedruckter Version auch über unser Kontaktformular anfordern.


In unserem Kalender stellen wir Ihnen Personen vor, die in der Region ein Unternehmen übernehmen möchten. Heute lernen Sie einen Nachfolgeinteressenten kennen, der in Sachsen ein mittelständisches Unternehmen sucht. Dabei ist er gar nicht so sehr auf eine bestimmte Branche festgelegt, sondern ist als Wirtschaftsingenieur aufgeschlossen für viele Bereiche.

Um unseren Interessenten näher kennenzulernen, lesen Sie unser kurzes Interview mit ihm. Suchen Sie einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin? Nehmen Sie jederzeit mit uns Kontakt auf. Wir unterstützen Sie gern.

NachfolgeWerk: Sie tragen sich ja schon länger mit dem Gedanken der eigenen Selbstständigkeit. Wann haben Sie denn gesehen, dass eine Unternehmensnachfolge für Sie interessant sein könnte?

Interessent: Ich bin jetzt Mitte 40. Den ersten Gedanken an eine Selbstständigkeit hatte ich schon direkt nach dem Studium. Das war die Zielsetzung. Dann bin ich aber über eine Trainee-Ausbildung im Bereich der Energiewirtschaft in ein Unternehmen gekommen und habe dort meinen Weg gemacht. Ich bin relativ schnell aufgestiegen und habe mehr und mehr Verantwortung bekommen, das Team wurde größer. Und das war dann auch für mich interessant. Aber es blieb trotzdem immer in meinem Kopf und das hat mich auch umgetrieben. Und so ist das Thema eben auch jetzt bei mir tief verankert, dass ich so einen Weg einschlagen will.

Und die Nachfolge ist natürlich interessant, weil man ein Unternehmen nicht von Grund auf neu aufbauen muss, sondern man kann entwickeln und gestalten. Und oft gibt es ja auch noch Entwicklungspotenzial – vielleicht das Unternehmen in neue Märkte bringen, Produkte erweitern. Das reizt mich sehr und dort möchte ich mich einbringen. Es ist einfach spannend, Dinge fortzuschreiben. Das ist wahrscheinlich auch meine Stärke, ein Unternehmen weiterzuentwickeln, neue Kontakte zu knüpfen. Das liegt mir mehr als etwas ganz neu aufzubauen. Das ist glaube ich eine realistische Einschätzung zu meiner Person.

NachfolgeWerk: Sie hatten ja jetzt schon ein kleines bisschen zu ihrem beruflichen Hintergrund in der Energiebranche erzählt. Ist es dann auch so, dass das ihr bevorzugtes Terrain ist oder wo sehen Sie interessante Branchen? Welche Größe des Unternehmens stellen Sie sich auch vor?

Interessent: Ich fange gleich einmal mit der Größe an. Alles was über 20 bis etwa 50 Mitarbeiter ist, das finde ich richtig spannend. Das kann auch deutlich mehr sein, aber dann muss man natürlich auch schauen, passt dann auch das Finanzierungskonzept usw. Es sollte schon eine schöne Größe sein.

Es sollte auch ein interessanter Markt sein – möglichst natürlich nicht schrumpfend. Gerade z.B. der Automobilbereich, besonders Verbrenner, das ist aktuell vielleicht schwierig, wobei es dort natürlich auch interessante Potenziale gibt. Insgesamt bin ich von der Branche offen. Ich habe mich bisher schon im Energieumfeld bewegt. Natürlich beschäftigt mich auch das Energieeffizienzthema gerade sehr. Auch Gebäudetechnik, Immobilien. Insgesamt denke ich, ist schon ein Produktionsunternehmen sehr interessant.

NachfolgeWerk: Hatten Sie schon Kontakt zu Unternehmen oder Geschäftsführenden? Wie sind Ihre Erfahrungen, mit Geschäftsinhabern ins Gespräch zu kommen?

Interessent: Ich hatte immer mal punktuell Gespräche. Das waren oft auch nette und angenehme Kontakte und ein guter Austausch. Ich hatte am Ende nur oft das Gefühl, dass die Übergebenden doch am Ende in letzter Konsequenz noch nicht so richtig loslassen wollten oder konnten. Und ich glaube, es braucht schon den festen Willen das zu tun und den Nachfolgeprozess dann auch wirklich anzuschieben. Dass man dann auch gemeinsam einen Rahmen abstecken kann, wie die Nachfolge erfolgen soll. Ich bin also oft gar nicht mit den Geschäftsinhabern in den Verhandlungsprozess gekommen, weil die Entscheidung für den Inhaber noch nicht vollständig gereift war und es ggf. noch zu früh war. Deshalb ging es dann auch nicht richtig weiter.

NachfolgeWerk: Diese Erfahrungen machen wir auch in unseren Gesprächen sehr oft. Veränderung – das „Loslassen“ – fällt oft schwer und es sind viele Emotionen dabei. Dabei eröffnen gerade frühzeitig getroffene Nachfolgeregelungen die Chance für einen fließenden Übergang und sind aus Unternehmersicht oftmals die bevorzugte Lösung. Man könnte also den Generationenwechsel einige Zeit gemeinsam gestalten.

Interessent: Mir wäre es ja auch am liebsten, wenn es dann auch ein gleitender Übergang wäre, dass der Inhaber auch weiterhin im Unternehmen ist – dass es eine schöne Übergabe gibt. Vielleicht ein Jahr. Und dann ist es eben auch wichtig, dass der Übergeber das dann auch im Unternehmen kommunizieren muss. Sonst funktioniert das vielleicht auch gar nicht so reibungslos, wie es sein könnte.

NachfolgeWerk: Das ist interessant, dass Sie auch die Kommunikation im Nachfolgeprozess so ansprechen. Denn das ist oft ein vernachlässigtes Thema. Vor einigen Wochen haben wir dazu auch Ina Jahn, eine Kommunikationsexpertin, im NachfolgeWerk begrüßt, die zu Nachfolgekommunikation gesprochen hat. Ein Interview dazu können Sie im Monat März unseres Kalenders nachlesen. Also blättern Sie gern noch einmal zurück.

Vielen Dank für das Gespräch zu Ihren Wünschen und Anforderungen an eine Nachfolge und wir freuen uns darauf, Sie auf dem Weg weiter unterstützen zu können.